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Friseure im Dorf

Mittwoch, 20. August, 12:40 Uhr

 

Es erweckt den Anschein, als würde der heutige Tag noch viel Schreibenswertes hervorbringen.

 

Kann man sich nach einem Friseurbesuch noch schlechter fühlen als vorher? Man kann und frau erst recht!

 

Sooo schlecht habe ich mich gar nicht gefühlt, ich war nur der Ansicht, dass man was gegen die ausgefransten Spitzen und den grauen Ansatz machen könnte – vor allem im Hinblick auf die nahende Einschulungsfeier, bei der Eltern einfach alles und jeden fotografieren, der irgendwie auch nur entfernt mit der Schule zu tun hat.

 

Gibt es so etwas wie den Michelin-Stern für Friseure? Falls nicht, plädiere ich für dessen Einführung und stelle mich großzügig als Testerin zur Verfügung.

Mein waghalsiges Projekt: Finde einen Friseur in Deiner Umgebung, der Dich nimmt, nicht verunstaltet und zu dem Du wieder gerne hingehst.

Vorneweg: Ist mir bisher nicht gelungen!

 

Ich habe ja eine tolle Friseurin, Anita, aber die ist in Wiesbaden und da sie ganz alleine dem Handwerk nachgeht, bekommt man nur einen Termin, wenn man einige Wochen darauf warten kann. Da  es aber ÜBERHAUPT nicht planbar ist, wann meine Haare so fransig aussehen wie ein türkischer Teppich, konnte ich NATÜRLICH nicht rechtzeitig einen Termin ausmachen. Neuer Versuch, neues Glück.

 

Aber zunächst einmal eine Kurzfassung meiner bisherigen Anläufe.

„Einen Termin? Bei uns? Nein, ich nehme nur Stammkundinnen.“ – Nach so einer Aussage ist die Bereitschaft nachzufragen, wie man denn zu einer solchen wird, natürlich nicht mehr vorhanden.

Dann wäre da noch der Laden, der mir beim letzten Mal vergessen hat, den Ansatz mitzufärben. Die Farbe war außerdem viel zu dunkel geraten. „Sieht das toll zu Ihren Augen aus! So richtig schön passend.“ Soso. Ich fand es ja eher passend zu Schneewittchen, das schon länger in seinem Glassarg liegt…

Und dann wäre da noch der Friseur, bei dem mir von einer Auszubildenden die Haare beim Waschen so zerwuschelt wurden, dass der gesamte Kur-Vorrat des Ladens dabei drauf ging, um überhaupt einen Kamm hindurch ziehen zu können. Ich bin noch heute der festen Ansicht, dass sich das im Preis niederschlug…

 

Beim Schreiben schießt mir gerade so durch den Kopf, ob diese Friseurinnen vielleicht nur deshalb in den Dörfern tätig sind, weil sie in der Stadt für ihre Künste vielleicht geteert werden würden? Ja, ich lese gerade einen Roman aus dem Mittelalter…

 

Kommen wir zum heutigen Erlebnis.

Natürlich war ich pünktlich da. Ich durfte dennoch im Lounge-Bereich Platz nehmen und auf die erschlagenden Bild-Zeilen blicken. Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Lounge-Bereich/Bild-Zeitung? Hm…

Glücklich dann endlich mal an der Reihe zu sein, lautete die erste Aussage: „Ach, Gott. Sie haben aber feines Haar.“ Wie erbauend! Sollte man da nicht gleich aufstehen und „Tschüss, dann!“ sagen? Man sollte. Aber: Ich bin leidensfähig.

Positiv denken! Positiv denken! Positiv denken! Ich bin im Gegensatz zu Dir Wallemähne aber schlank und ich hatte noch nie das Problem, dass einem Mann meine Haare nicht gefallen hätten. So. Ganz im Gegenteil! An Männern mangelte es nicht… Aber das ist ein anderes Thema.

Ich höre mir also mehrfach das Seufzen zu meinem „Problemhaar“ an, bleibe aber weiterhin recht gut gelaunt.

Die Laune bleibt auch noch gut, als beschlossen wird, mir helle Strähnchen zu machen, damit „ein wenig mehr Griff in die Haare kommt“ und es „nach ein bisschen mehr aussieht“.

Na ja, wir mogeln doch alle hier und da. Warum nicht mehr Haare vorgaukeln? Einen Versuch ist es wert. Das Schneewittchentot hatte ich ja schon.

„Wir bleiben so richtig schön natürlich! Sie sind ja auch gar nicht geschminkt. Da passt das gut zu Ihnen.“ Oha! Gegen „natürlich“ habe ich nichts einzuwenden, aber SICHER bin ich geschminkt und das nicht zu knapp! Ansonsten sehe ich nämlich aus wie totes Schneewittchen. Mein Rouge ist nicht zu übersehen und die Katzenaugen kommen auch nicht von ungefähr. Aber: Positiv denken! Positiv denken! Positiv denken! Ich bin einfach SO GUT geschminkt, dass es gar nicht auffällt.

 

Die schlechte Laune macht sich dann breit, als ich anstatt der 15 Minuten 30 Minuten unter der Haube sitze, damit die „natürlichen Strähnchen“ einwirken können. Friseurin MUSS Prioritäten setzen. Da muss die Kundin schon mal Verständnis dafür aufbringen, dass ein Kaffee mit einer Stammkundin getrunken wird und Urlaubserlebnisse ausgetauscht werden.

Aber ich gehöre ja zu der vorausschauenden Sorte Frau (nur nicht beim rechtzeitigen Ausmachen eines Termins bei Anita) und habe mir jede Menge Zeitschriften mitgebracht, damit ich nicht „Die neue Post“ oder gar die Bild-Zeitung lesen muss.

Die Laune droht dann aber zu kippen, als mir eine andere Mitarbeiterin (Friseurin ist die nie im Leben!) die Haare waschen soll.

Die ist nun tatsächlich aus dem Mittelalter direkt in diesem Laden gelandet. Und im Mittelalter war sie Metzgerin. 100%.

Sie schrubbt mir fast das Problemhaar vom Kopf, macht gleichzeitig eine Ohrenspülung, bei der mir das Hören vergeht und ich nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Aber dem nicht genug! Nein, es geht noch besser. Ich bekomme eine volle Ladung Wasser ins Gesicht und… die nicht vorhandene Schminke verläuft! Bekomme ich ein klitzekleines Handtüchlein? Vielleicht sogar vorgewärmt? Nö. Wir sind hier nicht im Flieger unterwegs nach Thailand.

 

Ich sitze nun entnervt wieder vor meinem Spiegel. Erstere kommt wieder: „Ach, Sie waren ja doch geschminkt!“ Ich verkneife mir zu sagen, dass WAREN sehr treffend bemerkt ist.

Kann es noch schlechter werden? Ja, es kann.

 

Irgendwie kommen wir auf Kinder zu sprechen und wo denn mein kleiner Sohn nun ist. „Im Kindergarten!“ Die Augenbrauen schießen in die Höhe. „So? Wie alt ist der Kleine denn?“ „2 Jahre.“ Und nun folgt, was folgen muss. „Wie kommen Erzieherinnen denn dazu, fremde Kinder zu wickeln?“ Es ist ihr Job? Sie werden dafür bezahlt? „Also, das geht ja nun gar nicht. Die armen Kinder DIESER Eltern.“ Hallo? Sprechen wir hier gerade von mir? Ich erzähle was von Großeltern, die nicht vor Ort sind, von der Wichtigkeit, einem Einzelkind soziale Kontakte zu ermöglichen,… Zählt alles nicht. „Ein Kind gehört nach Hause zu seiner Mutter. 3 Jahre lang. Punkt.“ Als ich nachfrage, wie sie das denn gemacht hat, kommt: „Mein Sohn war bei meiner Mutter.“ Noch Fragen?

Obwohl ich innerlich koche, bleibe ich ruhig und rette die Situation damit, dass „alles zwei Seiten hat“.

Endlich an der Kasse sprengt der Preis den üblichen Rahmen. Aha. Die Kritik an meiner Lebensführung hat auch noch zu Buche geschlagen. Gab es leider nicht kostenlos dazu.

 

Ich komme nach Hause und sehe

  1. dass der graue Ansatz nicht komplett verschwunden ist
  2. dass an einer Stelle eine Spitze vergessen wurde abzuschneiden und
  3. dass ich mich erneut schminken kann.

 

Das einzig Positive, was ich diesem Besuch abgewinnen kann, ist die Tatsache, dass ich etwas Vergnügliches schreiben konnte. Und vielleicht noch, dass ich wieder ein Geschäft mehr nie wieder betreten werde.

 

Etwas Amüsantes noch zum Schluss: Mein Problemhaar war ja AUCH NOCH elektrisch aufgeladen. Ich erklärte das mit dem Blitzeinschlag vor einigen Wochen, im Spaß. „Ja, das ist natürlich der Grund. Da ist im Haus ja noch alles voller Elektrik.“ STIMMT.

27.8.14 21:48
 
Letzte Einträge: Ausflug nach Oppenheim - Teil 1, Ausflug nach Oppenheim - Teil 2, Alltagsbewunderung, Weihnachten2, Weiter geht´s beim Friseur


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