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Katzenfreund

Mittwoch, 20. August, 9:10 Uhr

 

Ich habe schon zwei Situationen erlebt, die so gar nicht zu dem herrlichen Spätsommerwetter zu passen scheinen und mich fast zum Weinen bringen.

 

Ich fahre gut gelaunt durch den Nachbarort, weil ich nach dem Kindergarten noch beim Bäcker war und mir ein zugegebenermaßen ungesundes Frühstück gekauft habe. Ein Croissant. Ich muss in einem früheren Leben eine Französin gewesen sein, denke ich…

 

Plötzlich sehe ich ein Häuflein Elend mitten auf der Straße sitzen: ein Kätzchen oder ein Katerchen. Mir bleibt fast das Herz stehen, da vor mir zwei Autos gefahren sind, die nicht angehalten haben. Ich fahre sofort rechts ran, stelle das Auto ab und laufe zu dem kleinen Paketchen hin. Das Kerlchen – ich glaube, es ist ein Katerchen – fängt sofort an zu schmusen und zu miauen. Während ich versuche, den kleinen Kerl von der Straße zu lotsen, rauscht ein Autofahrer heran. Bin ich vielleicht unsichtbar? Bestehen das Tier und ich vielleicht aus Luft? Kann es sein, dass wir hier in einer 30er-Zone sind?

 

Es wird nicht langsamer gefahren, nein, man könnte ja eine wertvolle Sekunde verlieren. Ich mache mich also wichtig – und möglichst breit. Ich mache mit dem Arm eine Handbewegung, die selbst im hintersten Dorf Thailands als eine Geste des Stopps verstanden würde. Dieser Autofahrer, dem ich SOFORT den Führerschein entziehen würde, wird aber nicht langsamer, sondern hupt noch! Ich bin fassungslos über dieses rücksichtslose Verhalten und habe für eine Sekunde das Bedürfnis, ihm den Stinkefinger zu zeigen.

 

Nun gut, nein, eher nun schlecht, bekomme ich das Katerchen endlich von der Straße. Es schmust und schmust und ich merke, dass es total ausgemergelt ist. Nur Haut und Knochen, aber sooo lieb! Ich denke an meine zwei Kampftiger zu Hause und wie gut es denen geht!

Was mache ich jetzt bloß? Das Dorf schläft noch. Niemand weit und breit zu sehen. So laut wie dieser kleine Kerl maunzt, muss man das doch hören! Mensch!

 

Endlich sehe ich eine alte Frau aus ihrem Hof kommen. Ich höre mich laut „Guten Morgen!“ sagen, sie mich scheinbar nicht. Sie kommt näher. Ich wiederhole mein „Guten Morgen!“, man weiß ja nie, wie gut es um die Ohren bestellt ist. Ein grimmiger Blick, ein mühsam herausgepresstes „Morgen!“. Ich lasse mich durch dieses unfreundliche Verhalten nicht aufhalten. „Wissen Sie vielleicht, wem dieses Katerchen gehört?“ „Nein. Ich bin aber auch KEIN Katzenfreund.“ Aha. Ein Menschenfreund scheinbar auch nicht. Blöde Nuss. Ich erzähle, dass das Tierchen auf der Straße saß und fast überfahren wurde. „Wieso haben die Nachbarn die Mülltonne schon draußen?“ Dinge, die die Welt bewegen! Schon klar!

Am liebsten würde ich diese alte Kneifzange schütteln und in die Mülltonne stecken, die der Nachbarn natürlich.

Während sie zu der Mülltonne der Nachbarn läuft, gerät ihr das Katerchen zwischen die Beine. „Weg mit dir!“ Hätte sie noch „du blödes Tier“ gesagt, hätte ich sie geschubst, ein bisschen wenigstens. Manchmal muss man einfach dafür sorgen, dass das Leben gerecht ist.

Das Katerchen hat sich aber nun diese lieblose alte Frau auserkoren, um sie anzuschmusen. Da sieht man mal, wie verzweifelt der Kleine sein muss.

Ich bin froh darüber, da ich nun zu meinem Auto gehen kann und der kleine Kerl mir nicht hinterher – wieder auf die Straße – läuft.

 

Die ganze Zeit denke ich nun an das kleine Katerchen und habe beschlossen, dass ich nach meinem Friseurtermin mit einem Katzenkorb im Gepäck erneut hinfahre. Sollte der Kleine noch da sein, fahre ich zuerst zum Tierarzt und dann ins Tierheim. Ich werde berichten.

 

Ich bin definitiv KEIN Freund alter Damen, die sich mehr für Mülltonnen als für fast verhungerte Kätzchen interessieren. Man möge das verstehen.

 

Von der anderen unschönen Situation berichte ich zu einem späteren Zeitpunkt.

27.8.14 21:45
 
Letzte Einträge: Friseure im Dorf, Ausflug nach Oppenheim - Teil 1, Ausflug nach Oppenheim - Teil 2, Alltagsbewunderung, Weihnachten2, Weiter geht´s beim Friseur


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